Interkulturelles Zusammenleben in der Kulturhauptstadt 2010

Im Rahmen des Communis-Projekts bietet das Bildungswerk der Humanistischen Union in Essen in Kooperation mit dem Offenen Kanal Essen seit 2007 Schülerworkshops und Projektwochen für interessierte Schulklassen und interkulturelle Jugendgruppen im außerschulischen Bereich an.

Vielfalt tut gut„Super Spaß hat es gemacht“ da waren sich die 26 Schülerinnen und Schüler der Klasse 12 des Berufskollegs in Essen einig beim Medienfrühstück, als sie stolz ihre selbst produzierten Videofilme und ein Hörfunkmagazin präsentierten. Drei Monate lang arbeiteten sie im Unterricht rund um das Thema „Interkulturelles und interreligiöses Zusammenleben in der Kulturhauptstadt 2010“.

Unterstützt wurden sie in der Vorbereitungsphase von zwei Medienpädagoginnen, die Anregungen für die mediale Umsetzung boten, Drehorte vorschlugen und bei der Suche nach Interviewpartnern behilflich waren.

Als die Sendekonzepte auf dem Papier standen, durfte endlich zu Mikrofon und Kamera gegriffen werden. Die Videoteams besuchten Jugendliche verschiedener Religionen, die anhand von Kultgegenständen ihren Glauben erklärten, kochten trotz Wind und Wetter auf dem Gelände einer ehemaligen Kokerei ein interkulturelles Mahl, das sie Passanten anboten und setzten sich mit Mitarbeitern von Pro Asyl über die Lebensbedingungen von Flüchtlingen in ihrer Stadt auseinander. Die Hörfunkgruppe recherchierte in Straßenumfragen, wie Menschen sich ein friedliches Zusammenleben vorstellen, sprach mit einer Expertin der Wirtschaftsförderung über Chancengleichheit für Migrantinnen und Migranten in Bildung und Berufsausbildung, lud einen Jugendkontaktbeamten der Polizei ein, stellte ein Angebot der Regionalen Arbeitsstelle zur Partizipation für Migranten am öffentlichen Geschehen vor und diskutierte mit einem Mitglied des Essener Integrationsbeirates. Alle Gespräche wurden zu einer einstündigen Hörfunksendung verarbeitet und im Bürgerfunk des Lokalsenders ausgestrahlt. Auch die Ergebnisse des Videoworkshops konnten sich Essener Bürger im Offenen Kanal „OK43 - Fernsehen für Essen“ anschauen.

Ermöglicht wurde dieses crossmediale Schulprojekt durch das Bildungswerk der Humanistischen Union und dem Engagement seitens des Berufskollegs Holsterhausen, der Neuen Essener Welle und dem Offenen Kanal Essen. Gefördert wurde das Projekt aus Mitteln des Bundesprogramms „Vielfalt tut gut“.
Das Programm knüpft die Bundesregierung an das bisherige Aktionsprogramm „Jugend für Toleranz und Demokratie – gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus“ mit den Teilprogrammen Entimon, Civitas und Xenos an.

Ziel des Programms ist es, Verständnis für die gemeinsamen Grundwerte und kulturelle Vielfalt zu entwickeln, die Achtung der Menschenwürde zu fördern und jede Form von Extremismus, insbesondere Rechtsextremismus, zu bekämpfen. Die Zielgruppen sind u.a. Jugendliche in strukturschwachen Regionen, männliche Jugendliche mit Affinität zu Fremdenfeindlichkeit, Migrantinnen und Migranten wie auch Lehrerinnen und Lehrer, Eltern und lokale Meinungsträger aus Kirchen, Vereinen und Politik. Dabei setzt das Programm insbesondere auf die Förderung präventiv-pädagogischer Konzepte in den Bereichen soziale Integration, interkulturelles Lernen/antirassistische Bildung, interreligiöses Lernen; kulturelle und geschichtliche Identität, Bekämpfung rechtsextremistischer Bestrebungen bei jungen Menschen sowie Demokratie- und Toleranzerziehung.

Gefördert werden Projekte in den beiden Schwerpunkten „Lokale Aktionspläne“ zur Stärkung der demokratischen Strukturen vor Ort und „Modellprojekte“ zur Entwicklung und Erprobung neuer Methoden zur Stärkung von Vielfalt, Toleranz und Demokratie. Die Zuständigkeit liegt beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Weitere Informationen zum Programm:
Regiestelle Vielfalt
c/o Gesellschaft für soziale Unternehmensberatung mbH
Oranienburger Straße 65
10117 Berlin
kontakt@vielfalt-tut-gut.de
www.vielfalt-tut-gut.de

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